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SORRYFORNOTHING EINSATZ KOMMANDO (SEK)


„Die Deutungshoheit der Geschichte nach gewaltsamen und kriegerischen Auseinandersetzungen liegt bekanntlich bei den ‚Siegern‘. Ich möchte einen Fokus auf die unerzählten, oft auch unterdrückten, verschwiegenen und damit unsichtbaren Geschichte(n) der ‚Verlierer‘ legen.“ (Philip Kojo Metz)

SORRYFORNOTHING EINSATZ KOMMANDO (SEK) ist eine Intervention des Künstlers Philip Kojo Metz. Mit dieser künstlerischen Aktion schuf er eine Leerstelle in der Dauerausstellung „Lebenswelt Schiff“ des Deutschen Technikmuseums. Von 2003 bis 2020 stand auf dieser nun leeren Fläche eine Installation, die den brandenburgischen Versklavungshandel thematisierte. Sie bestand aus einem Kubus, der von außen wie ein Frachtcontainer gestaltet war. Im Inneren waren auf Regalen 72 Figuren drapiert, die versklavte afrikanische Menschen darstellen sollten. Diese Inszenierung wurde jahrzehntelang von zivilgesellschaftlichen Vereinen wie der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) e.V. und Berlin Postkolonial e.V. scharf kritisiert, weil sie Schwarze Menschen in einer herabwürdigen Weise ohne eigene (widerständige) Geschichte zeigte. Zahlreiche Aktivist:innen forderten den Abbau dieser Installation und eine vielfältigere und kritische Auseinandersetzung mit dem Thema. Im Sommer 2020 baute Philip Kojo Metz mit seinem Team die alte Ausstellungsinszenierung in der dreitägigen Performance SEK ab.

SEK nimmt direkt Bezug auf eine Arbeit, die der Künstler 2019 im Humboldt Forum im Berliner Schloss installiert hat: SORRYFORNOTHING (SFN) ist eine unsichtbare Skulptur, mit der Philip Kojo Metz die Leerstelle im öffentlichen Gedenken an die Kolonialkriege und seine Opfer markiert. Er fordert einen kritischen Umgang mit der deutschen Kolonialpolitik des Kaiserreichs, deren Geschichte bis in die Gegenwart reicht. „Es ist mein Ziel, eine Form der Darstellung für diese Leere zu finden. Das Gegenteil des Auslöschens. Es ist eine Sichtbarmachung der Leere.“ (Philip Kojo Metz)

Die Aktion SEK im Technikmuseum ist eine Fortführung von SFN im Humboldt Forum im Berliner Schloss.

LINK ZUM DEUTSCHEN TECHNIK MUSEUMhttps://technikmuseum.berlin/sammlung/unsere-sammlung/dekolonisierung/https://technikmuseum.berlin/sammlung/unsere-sammlung/dekolonisierung/https://technikmuseum.berlin/sammlung/unsere-sammlung/dekolonisierung/https://technikmuseum.berlin/sammlung/unsere-sammlung/dekolonisierung/https://technikmuseum.berlin/sammlung/unsere-sammlung/dekolonisierung/shapeimage_3_link_0shapeimage_3_link_1shapeimage_3_link_2shapeimage_3_link_3
 >SFN_02.html


SORRYFORNOTHING EINSATZ KOMMANDO

DEUTSCHES TECHNIKMUSEUM, 2020